Shiida, Fukuoka, Japan · 1926

Juroku

Tagebuch einer japanischen Schülerin 1926

Juroku

Eine Schülerin denkt an ihre Familie, geht zur Schule, sorgt sich um Prüfungen, besucht den Schrein, hilft den Menschen um sie herum und hält all das in stillen, schmucklosen Worten fest.

Cover der englischen Ausgabe Cover der japanischen Ausgabe

Juroku – Tagebuch einer japanischen Schülerin 1926

Das Leben gewöhnlicher Menschen, das in Geschichtsbüchern oft keinen Platz findet.

Dies ist das Tagebuch von Yoshi Ueda, einer sechzehnjährigen Schülerin, die 1926 in Shiida im Landkreis Chikujo der Präfektur Fukuoka lebte – heute ein Teil der Gemeinde Chikujo. Es war das letzte Jahr der Taisho-Ära und zugleich das erste Jahr der Showa-Ära.

Es ist kein Bericht über große historische Ereignisse. Und doch wird in Familiengesprächen, im Schulleben, in den Bräuchen des Jahres, in Freundschaften, kleinen Freuden und alltäglichen Sorgen das Leben eines Mädchens, das vor hundert Jahren lebte, unmittelbar spürbar.

Yoshi Uedas Tagebuchseite vom 2. Januar
Verblassende Handschrift, bewahrt auf Papier aus einer Zeit vor hundert Jahren.
Altes Familienfoto aus dem Umfeld von Yoshi Ueda
Familienfotografien, die zusammen mit den Erinnerungen an Yoshi bewahrt wurden.

Aus dem Tagebuch

„Auch heute Morgen verbrachte ich meine Zeit ziemlich untätig. Am Nachmittag schickte ich, da ich von Yamazaki-san eine Neujahrskarte erhalten hatte, eine Karte zurück und schrieb außerdem einen Brief an Tanaka-san. Ach, nun ist schon der zweite Tag des Jahres. Ich habe bereits zweimal in dieses Tagebuch geschrieben. Nur noch wenige Tage, dann gehe ich wieder zur Schule. Wirklich, die Tage vergehen schnell.“

Eine beiläufige Notiz aus einem ganz gewöhnlichen Tag. Hinter diesen Worten lässt sich der Rhythmus des Schullebens, der Freundschaften, der jahreszeitlichen Grüße und des Alltags im Jahr 1926 erahnen.

Von der Herausgeberin

Der einzige Hinweis auf die Großmutter, die ich nie kennenlernen konnte.

Im Jahr 2022 fand ich unter den Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Mutter das Tagebuch meiner Großmutter. Meine Großmutter starb an einer Lungenentzündung, als meine Mutter erst etwa achtzehn Monate alt war. Deshalb kannten weder meine Mutter noch ich sie. Dieses Tagebuch war der einzige Anhaltspunkt, durch den ich sie kennenlernen konnte.

Das fast hundert Jahre alte Papier war stark beschädigt. Die Schrift war verblasst, und viele Stellen waren nur schwer zu entziffern. Alte Schriftzeichen, kursive Handschrift, Familienaufzeichnungen und lokale Jahresbräuche – jedes kleine Rätsel wurde Teil der Anmerkungen und Erläuterungen in diesem Buch.

Während ich die Worte entzifferte und in alten Aufzeichnungen nachforschte, kam mir das Mädchen, das meine Großmutter einst gewesen war, immer näher. Ihr schwarz-weißer Alltag nahm langsam Farbe an.

Drei Generationen

Drei Generationen connected by one diary

Großmutter – Mutter – Tochter

Buch

Juroku
– Tagebuch einer japanischen Schülerin 1926

Cover der englischen Ausgabe

Yoshis Tagebuch

Juroku
– Tagebuch einer japanischen Schülerin 1926

Von Yoshi Ueda
Herausgegeben und kommentiert von Chihiro Takeuchi
Aus dem Japanischen übersetzt von Martin Stanzeleit

Eine deutsche Ausgabe für Leserinnen und Leser in aller Welt, die das Tagebuch der sechzehnjährigen Yoshi Ueda mit Anmerkungen und historischem Hintergrund präsentiert.

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